SPD-OB-Kandidat Reiter übernimmt grüne Ideen

Laut Süddeutscher Zeitung vom 3.8.12 übernimmt SPD-OB-Kandidat  Dieter Reiter grüne Ideen: Die SPD soll über autofreie Innenstadt nachdenken, mehr Bürgerbeteiligung wagen (bei Gestaltung öffentlicher Plätze) und die Renaturierung nördlicher Isar angehen. Und das ist gut so!

Denn diese Vorschläge würden eine gute Grundlage für eine weit über 2014 hinaus gehende Perspektive für die Partnerschaft von Grün und Rot in München bilden (egal, wer dann Ober und wer Unter ist).

 

Hier aber zur Sicherheit die grünen

Quellenangaben, damit Dieter Reiter bei seinem OB-Wahlprogramm kein Fußnotenproblem bekommt:

  • Bürgerbeteiligung bei großen Planungsvorhaben: Hier hat die grüne Stadtversammlung schon am 23.2.12 auf meine Initiative hin beschlossen, dass "bei allen städtebaulichen Maßnahmen von besonderer Bedeutung" schon im Vorfeld moderne Partizipationsformen durchgeführt werden sollen.
  • Nördliche Isar: Schon Juli 2011 haben wir auf einer Stadtversammlung in einer ausführlichen Resolution gezeigt, "dass es möglich ist, wie im Südteil die besondere Natur an der Isar zu schützen und die Isar trotzdem zu beleben".
  • Flaniermeile Altstadt/autofreie Innenstadt:  Unsere OB-Kandidatin Sabine Nallinger, die Münchner Grünen-Vorsitzende und viele andere Grünen entwickeln gerade, wie die SZ schon am 26.5. berichtete, Konzepte für eine größtenteils autofreie Flaniermeile innerhalb des Altstadtrings mit einer Mischung aus Fußgänger- und Begegnungszonen. Bisher hat die SPD, siehe SZ vom 29.5.12, sich (etwa in Person ihrer Planungssprecherin Claudia Tausend) eher skeptisch bis negativ dazu geäußert. Wir hoffen natürlich sehr, dass Reiters Vorstoß hier ein Umdenken - weg von kleinmütiger Bedenkenträgerei - bei seiner SPD-Fraktion auslöst. Denn dies wäre ein kraftvolles gemeinsames Projekt der Bündnispartner im Sinne von Lebensqualität und Ökologie.

Über die weiteren im SZ-Artikel genannten Vorschläge Reiters ist sicher noch zu diskutieren.

 

Ein bisschen seltsam mutet an, dass Reiter glaubt, dass gerade die durch Bürgerentscheid gesetzte 100-Meter-Grenze für Hochhäuser das zentrale Hindernis für die Lösung des Wohnungsproblems sei. Es ist zwar richtig, dass die notwendige Nachverdichtung mehr in die Höhe (höhere Häuser) als in die Breite (was häufig auf Kosten von Grün und Freiflächen geht) erfolgen sollte. Im grünen Stadtversammlungsbeschluss vom 25.7.12  zur langfristigen Siedlungsentwicklung heißt es etwa: "Dabei ist der Aufstockung in der Höhe der Vorzug gegenüber einer Nachverdichtung in der Fläche zu geben."

Jedoch sind megalomane Wohntürme mit über 100 Metern hier wohl kaum die Lösung. Die Frage von so großen Häusern stellt sich eher aus stadtgestalterischer Sicht - und wenn hier von privater Seite ein ästhetisch spannendes und vom Stadtbild verträgliches Vorhaben in die Diskussion gebracht würde, muss man über die alte Festlegung sicher noch einmal nachdenken (und etwa einen neuen Bürgerentscheid initiieren). 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Henning Lesch (Sonntag, 05 August 2012 21:36)

    Na das scheint ne tolle Partnerschaft zu sein, wo der eine dem anderen Ideenklau vorwirft. Normaler Weise ist dies die Endphase eine Ehe - aber so was lässt auch hoffen, dass es in München dann in Zukunft aufwärts geht. Mit einer bürgerlichen Regierung, die für Freiheit, Toleranz und Fortschritt steht.