Für Erinnerung

Am 26.1. auf einer gemeinsam mit Sigi Benker organisierten Stadtführung zum Thema Erinnerungskultur (mehr zum Thema hier>>>).
Oben: Im Saal des Alten Rathauses, von wo am 9. November 1938 die Planungen zur Reichspogromnacht ausgingen (rechts oben Gedenkschild).
Unten: In der Hochschule für Musik, wo sog. "Stolpersteine" zur Erinnerung an von Nazis Ermordete verlegt sind (die Grünen waren im Stadtrat die einzige Fraktion, die sich mehrheitlich für diese ausgesprochen hatte).

Pressemitteilung vom 1.11.2006: 

"Stolpersteine" zur Erinnerung an Nazi-Opfer in Kunsthochschule: "Anstoß zu neuer Diskussion über Erinnerungsprojekt"

Am Mittwoch, dem 31. Oktober 2006, wurden die "Stolpersteine", das Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig, im Vorraum der Hochschule für Musik und Theater der Öffentlichkeit präsentiert. Dies Projekt soll durch in den Bürgersteig eingelassene Messingplatten mit Namen und Daten von durch die Nazis Ermordeten vor ihren ehemaligen Wohnhäusern die Erinnerung wachhalten. Da die Stadt München im Gegensatz zu allen anderen deutschen Metropolen mit den Stimmen von SPD, CSU und FDP die Verlegung der Platten auf Bürgersteigen verboten hatte, müssen die Erinnerungssteine vorläufig Station in geschlossenen, doch öffentlich zugänglichen Räumen machen.

Der Vorsitzende der Münchner Grünen, Dr. Florian Roth, zeigt sich beeindruckt von der gestrigen öffentlichen Präsentation:

"Symbolhafter könnte die vorläufig Heimstatt kaum sein als der ehemalige 'Führerbau' in der Arcissstraße, wo Hitler einst ein Arbeitszimmer hatte und das Münchner Abkommen geschlossen wurde. Auf die Geschichte des Hauses wies einleitend der Kanzler der Hochschule, Dr. Alexander Krause, hin. Die Installation im Foyer mit einer Kies- und Steinfläche und darin ein Weg, in dem 25 Stolpersteine andeutungsweise an die individuellen Schicksale von Münchner NS-Opfern erinnern, an der Wand Fotos der Orte, wo diese einst wohnten und ein schmaler Ordner mit einigen Informationen zu diesen Menschen - dies ergibt ein beeindruckendes Ensemble. Ein Mensch sei erst vergessen, wenn sein Name vergessen sei - so Dr. Reiner Bernstein vom Münchner Stolpersteine-Initiativkreis. Und die Erinnerung an die Individuen und ihre Schicksale, an die alltägliche Umgebung ihres Lebens, wachgehalten durch das zivilgesellschaftliche Engament von Bürgerinnen und Bürger, das ist das Ziel des beeindruckenden Projekts. Es bleibt zu wünschen, dass nach den 12 Monaten in der Musikhochschule als erste Station weitere folgen werden, dass aber letztlich die Steine an die Orte ihrer Bestimmung kommen werden. Die Veranstaltung war auch ein Appell an Politik und Bürgerschaft, die Diskussion über die Formen des Erinnerns offen zu halten und vielleicht auch Entscheidungen nach demokratischem Diskurs revidieren zu können. Dies war ein Anstoß zu einer neuen Diskussion über das Erinnerungsprojekt."

www.stolpersteine.com

www.stolpersteine-muenchen.de

Gegen Rechts
Als Vorsitzender habe ich mich immer wieder für Stolpersteine zur Erinnerung an von Nazis Ermordete eingesetzt. Das würde ich im Stadtrat gerne fortsetzen mit neuen, die Jugend einbeziehenden partizipativen Formen von Erinnerung und Stärkung demokratischer Werte gegen Rechts.
Überschriften von Pressemitteilungen aus meiner Zeit als Vorsitzender der Münchner Grünen:

Florian Roth für "Stolpersteine":
"Herausreißen der Gedenkplatten Schande"
Presseerklärung vom 15.06.04
Florian Roth für "Stolpersteine" zur Erinnerung an ermordete Juden - Presseerklärung vom 3.2.04
und vom 5.11.03
Homepage des Projekts