Schule und Bildung
Die Bildung von heute entscheidet über die Chancen von morgen. Für uns Grüne ist deshalb in einer Wissensgesellschaft
die Bildung zentrales Zukunftsthema.
Unser Bildungsbegriff ist ganzheitlich:
- Bildung beginnt nicht erst mit der Einschulung und hört nicht mit dem Berufsabschluss auf.
- Bildung ist nicht nur eine Sache des Wissens, sondern auch sozialer, ästhetischer, ökologischer und interkultureller Kompetenzen. Es geht nicht um Stoffhuberei, sondern um Grundwissen und Basisfertigkeiten, die dem Menschen ermöglichen, gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
- Für die Bildung ist nicht nur die Schule verantwortlich, sondern die ganze Gesellschaft einzubeziehen - Eltern, Vereine, Wirtschaft, freie Bildungsträger, Jugendhilfeeinrichtungen usw.
Nicht nur die PISA-Studie zeigt: Ein früh sortierendes Schulsystem verhindert Bildungsgerechtigkeit. Die Halbtagsschule bietet zu wenig Zeit für projektorientierten und vielseitigen Unterricht, sie benachteiligt Familien, die ihre Kinder nicht genügend unterstützen können, und passt nicht mehr zum Alltag berufstätiger Mütter und Väter.
Herkunft entscheidet in Bayern über Zukunft. Die grüne Vision ist eine individuell fördernde statt selektierende Schule. Eine Schule für alle. Die Ganztagsschule als Stadtteileinrichtung, die sich gegenüber ihrer Umgebung öffnet, mit externen Fachleuten, Vereinen und Einrichtungen kooperiert. Sie ist nicht nur Lernort, sondern Lebensraum und bietet Platz für neue Inhalte und gesellschaftliches Engagement. In München werden bald die Hälfte aller Kinder in unseren Schulen einen Migrationshintergrund haben, deswegen kommt der interkulturellen Orientierung und Öffnung der Schulen und der Horte besondere Bedeutung zu.
München ist eine Schulstadt. Die Kommune unterhält viele Berufsschulen, Realschulen und Gymnasien. Für die staatlichen Haupt-, Grund- und Förderschulen ist sie Schulaufwandträger (also für Gebäude und Sachmittel zuständig).Wir wollen das kommunale Schulwesen erhalten, reformieren und in Kooperation mit staatlichen Schulen auch dort die Qualität steigern. So werden zukünftig alle Hauptschulen mit Schulsozialarbeit ausgestattet. Da aber die sozialen Konflikte und die Gewaltbereitschaft an Schulen zunimmt, ist es erforderlich, den Prozentsatz auch an Grund- und Förderschulen weiter zu erhöhen, um das soziale Miteinander zu unterstützen. Deshalb setzen wir Grüne uns für eine Aufstockung der Mittel für Schulsozialarbeit ein. Zusätzlich müssen Jugendliche mit schlechten Startchancen für das Berufsleben mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wir engagieren uns für ein Übergangssystem, das bereits in den allegemein bildenden Schulen die Schüler und Schülerinnen bei der Berufsorientierung unterstützt und das sie begleitet bis zum Ende der Erstausbildung.
München hat in der Schulpolitik viel erreicht. Doch uns reicht das nicht. Noch mehr als bisher müssen wir Vorreiter für innovative Pädagogik, Chancengerechtigkeit und individuelle Förderung sein.
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Wir wollen mehr:
- Über strukturelle Maßnahmen soll ein ganzheitlicher Umgang mit Bildung sowie sozialer und kultureller Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien möglich werden. Damit können wir Chancengerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und eine bessere Verknüpfung zwischen Schule einerseits und außerschulischer Kinder- und Jugendhilfe besser als bisher fördern.
- Kindertagesbetreuung muss aus einer Hand z.B. durch einen Eigenbetrieb statt der nicht mehr zeitgemäßen Zuständigkeitstrennung zwischen Sozialreferat (Kinderkrippen) und Schulreferat (Kindertagesstätten) organisiert werden.
- einen fließenden Übergang von Kindergarten in Schule, der sich nicht an äußeren Parameter wie Alter des Kindes festmacht, sondern alleine vom Entwicklungsstand und Interesse des Kindes abhängt
- eine Reformschule im Ganztagsbetrieb von Klasse 0-10, in der individuelle Förderung statt Selektion, innovative und flexible Unterrichtsformen statt dem starren 45-Minuten-Rhythmus vorherrschen
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- Interkulturelles Lernen als fester Bestandteil des Schulalltags und bessere Förderung von Migrantenkindern besonders im Sprachbereich; dazu gehört die Forderung an den Staat, den muttersprachlichen Unterricht für alle Migrantenbevölkerugsgruppen mitaufzunehmen. [...]
- Unterrichtsinhalte und formen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen von Mädchen und Jungs gerecht werden
- selbstständige Schulen, die eigenverantwortlich im Rahmen eines Budgets entscheiden können und letztlich auch für die Personalauswahl zuständig sind und so ihr Profil individuell ausgestalten können
- rhythmisierte Ganztagsschulen für alle Schularten
- neue Unterrichtsformen, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren
- eine Stärkung der Rechte der Schülermitverantwortung
- offene Türen für Eltern, aktive und mit der Schule kooperierende Elternarbeit, Elternkurse
- ein Konzept für echte Stadtteilschulen, die sich in das Viertel öffnen und zum Zentrum des sozialen Lebens werden
- frühe Begleitung für Schülerinnen und Schüler, die schlechte Chancen haben, nach Beendigung der Schule einen Ausbildungsplatz zu bekommen
- die Öffnung der Regelschulen für Kinder mit den verschiedensten Handicaps
- Zusätzlich müssen Jugendliche mit schlechten Startchancen für das Berufsleben mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wir engagieren uns für ein Übergangssystem, das bereits in den alllgemein bildenden Schulen die Schüler und Schülerinnen bei der Berufsorientierung unterstützt und das sie begleitet bis zum Ende der Erstausbildung.
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